Lebenslauf
| Leonhard "Leo" Birkmann wurde am 4. Dezember 1911
in Nürnberg geboren, der einzige Sohn des Malermeisters Fritz Birkmann und
seiner Frau Madlon geb. Schorr.
Sein Talent hatte der junge Leo, der beim Vater im Malergeschäft als Lehrling mitarbeitete, scheinbar von seinem Onkel mutterseits, dem Künstler Johann Carl Rohmer, geerbt.
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| Leos Mutter verstarb im Oktober 1934. Im April 1935 heirate Leo die Verkäuferin Martha Helene Liebert, geboren in Hannover. Man liest in der Familienchronik, dass Leo um Martha's Hand an der Wolkersdorfer Bushaltestelle angehalten hatte und sich mit ihr Weihnachten 1934 verlobte. Das Paar zog zu Leos Eltern in die Rennbahnstrasse in Reichelsdorf bei Nürnberg, wo sie bis 1973 wohnten. Ehefrau Helene kümmerte sich um den Haushalt und erledigte die Büroarbeiten des Malergeschäftes der Männer. |
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Nach der Invasion der Allierten in Frankreich 1944, fiel der Gefreite
Leo Birkmann als Panzerfahrer in amerikanische Gefangenschaft. Er
wurde von einem deutsch-sprechenden Farbigen festgenommen. |
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"Leo wurde nach Deggendorf im Bayerischen Wald eingezogen, wo er einen Lehrgang als Kradfahrer und Hobzgees-Fahrzeugen mitmachten und dort Soldaten auf Motorrädern ausbildete. Später machte er einen Lehrgang in Regensburg als Panzerfahrer mit. Wurde an die Front Italien/Sizilien und dann nach Afrika verschickt, er hat aber den ganzen Krieg keinen Schuss abgeben müssen. Mit seiner Malerei und Musik (den grossen Kontrabass) schlängelte er sich in der Garnison und Kriegsgefangenenschaft immer durch. So auch in Afrika auf der Oase 'Matches el Bale' - ich las diese Ortschaft tatsächlich einmal auf einer Kriegskarte von Feldmarschall Rommel. Dort hatte er einen Companie Schef der was aus Roth bei Schwabach, der liess sich ganz gross mit allen Orden portraitieren, aber der Herr bekam keinen Urlaub, aber das Portrait sollte doch heim kommen, denn der Afrika-Feldzug stand vor der Auflösung, und so durfte Kanonier Birkmann mit dem gerollten Portrait ab in die Heimat und das war sein Glück, denn er war kaum auf deutschem Boden am 1. Mai kam die Meldung durch, sonst wäre er nicht mehr raus gekommen. Ich erinnere mich noch genau, als ich ihn am Nürnberger Hauptbahnhof abholte, wäre er vor lauter Schreck (wie er mir später nach Jahren mal sagte) wieder umgekehrt, da ich zu der Zeit gerade keinen einzigen Zahn im Munde hatte. Schrecklich, eine junge hübsche Frau mit circa 30 Jahren ohne Zahne, da lach a mal. Wir hatten ja keine Kohlen und ewig im Keller war ich dauernd eiskalt und kamen meine Zähne unter Eiterung, mussten alle 35 raus nacheinander und circa 1 Jahr bekam ich keine neuen, da ich nichts zum 'Schmieren' für den Zahnarzt hatte und die neuen Zähne an die Soldaten gingen, ja was willst da machen, der Kiefer war schön abgeheilt. Nun bin ich abgeschweift, nach der Gefangennahme kam Opa nach Reims in Frankreich in ein Lager [Caserne Maistree, Reims]. Auch hier ging es ihm natürlich nicht gleich, aber wieder durch sein Talent, er malte alle seine Vorgesetzten, bekam ein kl. Zimmer und konnte portraitieren, aber schreiben nach Hause war erst zu Weihnachten 1946, also fast 1 1/2 Jahre. Ich schickte ihm dann gleich ein Foto (was wir beim Fotografen machen liessen). Und danach malte er Deinen Vater was bei Euch im Wohnzimmer hägt, den Rahmen machter er extra dick und versteckte darinnen einen silbernen Ring und Zigaretten und ich glaube Thilo hat den Ring noch. Er schrieb: mache den Rahmen kaputt!!! die Post wurde doch zensiert. So gegen April 1947 kam er durch einen Trick frühzeitig heim. Die Ami hatten so schiss vor Typhus, er malte sich einen Ölflecken auf die Lungen und das sah auf der Röntgenaufnahmen schlimm aus, war natürlich gewagt und so kam er mit der Liege und Mundschutz auf den Transport bis nach München ins Auffanglager, mit fällt der kleine See jetzt nicht ein, wenn ich in Umgebung München ne Landkarte sehe will ich nachschauen. Es dauerte aber wieder einige Wochen und dann eines Tages mit dem letzten Zug nach Nürnberg nachts um 12 klopfte es an meinem Fensterladen und alle erlittenen Qual hatte ein Ende, wir hatten uns wieder. Er ging nach oben und weckte seinen Vater, der damals über 60 Jahre und war während des Krieges beim Sicherheits und Hilfsdienst als Gasspürer ausgebildet, dort auch kaserniert, sodass ich mit Deinem Vater alleine zu Hause war. Der arme Vater, musste in Nbg. nach den schweren Angriffen ausrücken und Verletzte bergen." |
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"Meine Rolle im Geschäft war sehr vielseitig, ich hatte ja 3 Männer zu versogen. Leos Vater wohnte 25 Jahre bei uns und der grosse Garten, damals noch keine Waschmaschine, ich machte die Büroarbeiten, denn der Schwiegervater hatte ein Malergeschäft seit 40 Jahren im Sommer oft 6-7 Gesellen 1 Lehrling u.s.w. ich machte die Buchführung, die Löhne, die Kostenanschläge, Rechnungen tippen und Geld einkassieren."
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Aus der Ehe entstand ein Sohn Thilo Fritz, geb. 10. April 1938. |
Aus einem Brief vom 17.2.1987 an die Stadt Nürnberg, Stadtgeschichtliche Museen, von Helene Birkmann: "Er trat 1949 in den Berufsverband bildender Künstler ein, wo er jahrzehntelang 2. Vorsitzender war. Später trat er auch in die 'Künstler-Klause' ein. Von da an begann sein künstlerisches Schaffen." " Sein weiteres Schaffen war sehr vielseitig, da er mit den handwerklichen Techniken sehr vertraut war. Seine damaligen Auftraggeber waren bedeutende Architekten und Behörden. So z.B. Prof. G.G. Dittrich, Herr Maische, Das Hochbauamt der Deutschen Bundesbahn (hier war er als Farbberater tatig), das Hochbauamt Nürnberg, die LVA, um nur einige zu nennen. In dieser Zeit entstanden Wandmalereien, Sgraffitos, Glasmosaike, Eisenplastiken und sogar Freiplastiken in Nürnberg, Würzburg und Bayreuth." |
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Eines von Leos Werken ist in Helmut Häuslers Buch "Brunnendenkmale und Freiplastik in Nürnberg" auf Seite 113 abgebildet: Eine Plastik an der Parkwohnanlage Zollhaus. In der Fürther Strasse steht eine grosse Betonfigur von ihm. In der Parkanlage sind noch einige andere Arbeiten von Leo zu finden. |
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In den Ausstellungen der Fränkischen Galerie [heute: Kunsthalle] kaufte die Stadtverwaltung Nürnberg etliche Arbeiten von Leo. In dieser Ausstellung zeigte er auch Portraits von damals bekannten Nürnberger Künstlern und Architekten (Dir. Leberzammer, Arch. Sebald, Henning, Dir. Kern und Hesselberger, Leo Smigay, Hella Rossner-Böhnlein , Prof. G.G. Dittrich, Hilde Pirken), die er anfertigte, sowie 4 Selbstportraits and 2 Portraits von Helene. |
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Leo illustrierte das Buch "Die Hoflaterne" von August Wunram (Gmundner Verlag, Petersgmünd). |
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Das Stadtmuseum Schwabach erhielt das Portrait des Onkels und Oberlehrers Robert Rohmer, welches er im Alter von 17 Jahren gemalt hatte. Die Familie Rohmer war seinerzeit in Schwabach sehr beliebt und bekannt. |
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| 1973 zogen Leo und Helene nach Garmisch-Partenkirchen, und 1983 nach Ainring bei Mitterfelden, wo Leo am 24.8.1983 verstarb. | |